Claudia Schmid: Lexikographin beim Idiotikon

Claudia Schmid (*1985) ist Lexikographin und Redaktorin beim Schweizerischen Idiotikon. Sie hat Vergleichende Germanische Sprachwissenschaft, Allgemeine Geschichte und Geschichte des Mittelalters an der Universität Zürich studiert.

Beschreiben Sie Ihre aktuelle berufliche Tätigkeit und was Sie daran besonders schätzen.
In erster Linie umfasst die Tätigkeit als Lexikographin das Verfassen von Wörterbuchartikeln. Die Arbeit an einem Wort ist sehr vielfältig, denn im Idiotikon werden nicht nur die rezenten Dialekte, sondern auch die Sprache des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit abgedeckt. Darüber hinaus sind wir Anlaufstelle für Printmedien, Radiostationen, weitere Forschungsprojekte und auch Privatpersonen, die sich für die moderne, wie historische deutsche Sprache in der Schweiz interessieren bzw. Informationen dazu benötigen. Meine Arbeit ist dadurch sehr abwechslungsreich. Dazu kommt, dass man sich bei der Bearbeitung einer Wortstrecke, aber auch durch die Recherche zu einer Anfrage, immer auch kulturhistorisches Wissen aneignen kann.

Wie sind Sie zu Ihrem heutigen Beruf gekommen?
Über die Vermittlung eines Studienkollegen konnte ich bereits gegen Ende des Bachelorstudiums eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft aufnehmen. Während der Masterarbeit habe ich mich dann auf eine frei werdende Stelle in der Redaktion beworben.

Welche Fächerkombination haben Sie an welcher Uni studiert?
Zu Beginn meines Studiums an der Uni Zürich habe ich Anglistik und Nordistik belegt. Mir wurde aber schnell klar, dass mir, obwohl ich eine begeisterte Leserin bin, der wissenschaftliche Zugang zu Literatur weniger zusagte und wechselte daher in die Vergleichende germanische Sprachwissenschaft. In den Nebenfächern habe ich Allgemeine Geschichte und Geschichte des Mittelalters studiert.

Was hat Sie zu einem Studium der Sprach- und Literaturwissenschaften bewogen?
Das war eigentlich schnell klar, denn es faszinierte mich nichts auch nur annähernd so sehr, wie Sprache(n). Das Interesse stand bei meiner Studienwahl immer im Vordergrund.

Was ist das Wichtigste, das Sie aus Ihrem Studium für Ihre berufliche Tätigkeit mitgenommen haben?
Einerseits natürlich meine Fachkenntnisse, andererseits aber auch die Kompetenz, sich selbständig in neue Thematiken einzuarbeiten.

Welche Tipps geben Sie angehenden Studierenden der Sprach- und Literaturwissenschaft mit auf den Weg?
Ich würde so weit wie möglich versuchen nicht nur nach ECTS-Punkten studieren, sondern den eigenen Interessen nachzugehen und auch mal einen Kurs zu besuchen, den man für den Abschluss nicht braucht. Die Möglichkeit, sich an der Uni Kenntnisse und Fähigkeiten in den verschiedensten Bereichen anzueignen, sollte man einfach unbedingt ausnutzen. Es hilft auch die Freude am Studium zu bewahren, wenn man auch mal etwas ohne Leistungsnachweis und Abgabetermine einfach nur für sich belegen kann.

November 2014

esense GmbH